Im Hamburger Amulettenstreit beschuldigte der Rabbiner und Talmudgelehrte Jacob Emden den Hauptrabbiner der Dreigemeinde Jonathan Eybeschütz, ein Anhänger der Bewegung des „falschen Messias“ Shabbetaj Zvi zu sein und verlangte, dass Eybeschütz aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen werde.
Der Fall sorgte für europaweites Aufsehen und spaltete die Gemeinden in Anhänger der beiden zerstrittenen Parteien. In der Dreigemeinde gewann Eybeschütz allmählich die Oberhand und erreichte, dass 1751 der Bann gegen Emden verhängt wurde. Dieser verließ daraufhin die Stadt und floh im Mai 1751 nach Amsterdam.
Emden klagte in Kopenhagen gegen seinen Bann und erhielt am 3. Juni 1752 ein Urteil zu seinen Gunsten. Der Rat der Dreigemeinde wurde hierin scharf kritisiert und zu einer Geldstrafe von hundert Talern verurteilt. 1753 befasste sich die Vierländerversammlung in Polen mit dem Amulettenstreit und sprach Eybeschütz von allen Anklagen frei.
Am Ende des Amulettenstreits stand ein Ansehensverlust der rabbinischen Institution und die Entfremdung vieler Juden gegenüber dem traditionellen Judentum. Damit gab der Amulettenstreit den letzten Anstoß zu einer Neudefinition des Judentums und zur jüdischen Aufklärung.