Vereinigte Alte und Neue Klaus

III: Frühes 20.Jahrhundert

Kategorie: Geschichte der Vereinigten Alten und Neuen Klaus

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28. September 1905: Einweihung

Einweihung der Synagoge Vereinigte Alte und Neue Klaus im Hinterhof der Rutschbahn 11. Synagogen abgeschirmt in Hinterhöfen zu bauen hatte eine lange Tradition, geboren aus der meist wohlbegründeten Furcht der Juden, ihre Gotteshäuser in einem oft antisemitischen Umfeld offen zur Schau zu stellen.

Die Synagoge der Vereinigten Alten und Neuen Klaus wird nach den strikten Forderungen des Talmuds gebaut und bietet Platz für 120 Männer und 40 Frauen. Das 15m lange und 10m breite Gebäude mit seinem klassizistisch-schlichten Äußeren und der reich verzierten Jugendstil-Ornamentik des Innenraums gilt dabei als besonders sehenswert und bietet einen starken stlistischen Kontrast zur ebenfalls von Semmy Engel in aufwändigen neuromanischen Formen entworfenen Bornplatz-Synagoge.

Der Eingangsbereich liegt an der Längsseite, im Süden, mit separaten Eingängen für Männer und Frauen. Revolutionär ist hierbei die identische Ausgestaltung beider Eingänge, da traditionell die Fraueneingänge deutlich kleiner gehalten waren als die für Männer.

Im Obergeschoss befand sich neben den Frauenplätzen auf der vergitterten Empore auch ein kleiner Lehrsaal (40qm), der auch als Garderobe genutzt wurde.

Der eigentliche Betsaal ist etwas unter Bodenniveau, um die baupolizeilich maximal zulässige Gebäudehöhe für Hinterhofbauten nicht zu überschreiten, und besitzt ein dreischiffiges Dach über quadratischem Grundriss. Im Osten befindet sich ein Anbau für den heiligen Schrein, unmittelbar davor die Estrade mit Vorbeterpult und Kanzel.

An der Nord- und Südseite der Synagoge befinden sich auf der Mittelachse des Betsaales hohe Rundbogenfenster, vor denen traditionsgemäß der Almenor steht, ein Pult, auf das die Thora bei der Lesung gelegt wird. Auch die Sitzbänke des Erdgeschosses sind mit Blick auf den Almenor in Längsrichtung angeordnet.

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