Vereinigte Alte und Neue Klaus

IV: Nationalsozialismus

Kategorie: Geschichte der Vereinigten Alten und Neuen Klaus

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9. November 1938: Pogrom

Im Rahmen der Novemberpogrome wird die Synagoge »Vereinigte Alte und Neue Klaus« in der Rutschbahn 11a durch einen organisierten Trupp aus Angehörigen von SS- und SA-Einheiten entweiht und verwüstet. Die Innenräume und das Inventar werden weitgehend zerstört, die Synagoge bleibt jedoch als Baukörper erhalten.

Gegen fünf Uhr früh weckten drei Kriminalbeamte die Hauswärtin des Gebäudes und forderten sie auf, die Synagoge zu öffnen. Etwa 15 bis 20 Männer stürmten daraufhin in die Synagoge und begannen, die Einrichtung zu zerstören. Die Fensterkreuze wurden eingeschlagen und die Torarollen, Gebetbücher, Möbelstücke und anderes Inventar durch die Fensteröffnungen in den Hof geworfen. In dieser Nacht endet die Nutzung des Gebäudes als Synagoge.

Besorgten jüdischen Anwohnern, die die Polizei verständigten, wurde von Polizeibeamten am Telefon geraten, sich »…lieber schlafen zu legen und sich nicht um den Vorgang im Tempel zu kümmern.« Hieraus geht recht deutlich hervor, dass die Polizei von dem Vorgang Kenntnis hatte und die Anweisung erhalten hatte, nicht einzugreifen.

Zahlreichen Zeugenaussagen zufolge handelt es sich bei den Tätern um einen organisierten Trupp aus SS_ und SA-Einheiten, der von einer Zentralstelle eingegesetzt wurde und nicht um eine spontan zusammengeschlossenen Menschenmenge, wie die NS Propaganda der Zeit glauben machen wollte. Als Indiz dafür gilt, dass die Täter nach dem Ende ihres zerstörerischen Einsatzes geschlossen abrückten. Die Aufgabe der begleitenden Kriminalbeamten war es offensichtlich, diesem Trupp den Weg frei zu machen und etwa auftauchenden Widerstand zu beseitigen.

Bis heute gibt es keine gerichtliche Verurteilung von Personen, die an der Schändung und Zerstörung der Synagogen im Grindel beteiligt waren.

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