Vereinigte Alte und Neue Klaus

IV: Nationalsozialismus

Kategorie: Geschichte des jüdischen Hamburg

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27. Oktober 1938: Abschiebung

Das angekündigte Ausbürgerungsgesetz, wodurch allen polnischen Juden, die länger als 5 Jahre im Ausland gelebt hatten, die polnische Staatsangehörigkeit entzogen werden sollte, liefert dem NS-Regime den willkommenen Anlass, sich eines Teils der jüdischen Wohnbevölkerung Deutschlands quasi über Nacht zu entledigen.

Als Reaktion auf das Ende Oktober in Kraft tretende Gesetz werden viele tausend Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit aus dem Deutschen Reich ausgebürgert und an die polnische Grenze abgeschoben. Ihnen blieb oft nicht einmal genug Zeit, um sich von Freunden und Familie verabschieden zu können oder ihre Habseligkeiten einzupacken.

Von dieser Maßnahme waren auch über 1.000 Hamburger Juden (zumeist streng religiöse Ostjuden der »Ostjüdischen Vereinigung« aus dem Grindel) betroffen, die zwangsweise nach Zbąszyń (Bentschen) deportiert wurden.

Darunter befand sich auch der Buchhändler Beer Lambig, der im Vorderhaus der Synagoge in der Rutschbahn 11 eine hebräische Buchhandlung unterhielt, in der auch die für religiöse Juden erforderlichen Kultgegenstände verkaufte. Lambig wurde später in Auschwitz ermordet, das Schicksal seiner Familie ist ungeklärt.

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